135 Jahre OÖKB Vöcklamarkt Pfaffing

Ein großes Fest auf historischen Boden!

Bei prächti­gen Wet­ter waren Ver­bände des Bezirkes und darüber hin­aus zum 135 Jahr Fest ange­treten.

Der OÖKB Vöck­la­markt-Pfaffing hat am Son­ntag, 27. Mai zum 135-jähri­gen Bestand­sju­biläum ver­bun­den mit dem Bezirk­str­e­f­fen des OÖKB-Vöck­labruck, gemein­sam mit der Mark­t­musikkapelle Vöck­la­markt, anlässlich von deren 170-Jahr Jubiläum, ein­ge­laden.  Bei bestem Wet­ter haben sich am his­torischen Boden der Franken­burg­er Wür­fel­spiele beim  Haushamer­denkmal, mehr als 600 Teil­nehmer aus den Orts­grup­pen einge­fun­den. In dieser her­rlichen Kulisse zele­bri­erten Pfar­rer Mag. Wolf­gang Schnölz­er und Bezirks­di­akon Prof. Land­graf die “Europamesse”.  Mit ihrer her­vor­ra­gen­den musikalis­chen Gestal­tung hat dabei die “Pater Hasp­inger Musikkapelle” aus Gsies im Pustertal/Südtirol ganz beson­ders zum fes­tlichen Rah­men beige­tra­gen.  

Nach der Seg­nung der Erin­nerungs­bän­der und Über­gabe an  die zahlre­ichen Fah­nen­abor­d­nun­gen beein­druck­ten die Ehrengäste mit ihren Ansprachen. Es sprachen Bgmin. Gabriele Aigen­stuh­ler (Ansprache im Anhang),  Lan­tagsab­ge­or­dente Michaela Langer-Weninger, Bezirk­shaupt­mann Dr. Mar­tin Gschwandt­ner und OÖKB-Präsi­dent Johann Puch­n­er. Das Hoa­mat­land und die Defil­ierung der Ver­bände beschloss den Fes­takt. Im Anschluss wurde die Jubiläen beim Früh­schop­pen in der Dorfhalle Pfaffing würdig gefeiert. Den Musikern/innen und Kameraden/innen sowie den Gästen aus dem Puster­tal wird dieses Bezirk­str­e­f­fen sich­er in allerbester Erin­nerung bleiben. Die Ver­anstal­ter danken den Abor­d­nun­gen und Ver­bän­den, den Gästen und Ehrengästen für ihr Kom­men. Es war ein überzeu­gen­des Beken­nt­nis der Heimatver­bun­den­heit und Kam­er­ad­schaft.

Ansprache der Bürg­er­meis­terin der Gemeinde Pfaffing bei der 135 Jahr Feier des Kam­er­ad­schafts­bun­des Vöck­la­markt-Pfaffing

Bgmin. Gabriele Aigen­stuh­ler  begrüßte alle Anwe­senden, zum 135-jähri­gen Grün­dungs­fest des Kam­er­ad­schafts­bun­des Vöck­la­markt — Pfaffing, am geschicht­strächti­gen Boden des Haushamer­feld in Pfaffing. Sie führte weit­er aus: Dieses Denkmal hier am Haushamer­feld lädt uns ein, einen Blick auf unsere gemein­same Geschichte zu wer­fen, einen Blick auf die Ereignisse vom 15. Mai 1625. Als Adam Graf von Her­ber­storff hier unter der Haushamer Linde, 36 Bauern und Bürg­er aus den umliegen­den Pfar­rge­mein­den, um ihr Leben wür­feln ließ. Dieses Blut­gericht am Haushamer­feld, ist später unter dem Namen „Franken­burg­er Wür­fel­spiel“ in die Geschichte einge­gan­gen und war der Auf­takt zu den oberöster­re­ichis­chen Bauernkriegen.

1883 also fast 260 Jahre später wurde der Kam­er­ad­schafts­bund Vöck­la­markt — Pfaffing gegrün­det. Ursprünglich wurde der Kam­er­ad­schafts­bund gegrün­det, um in Not ger­ate­nen Men­schen und hier vor allem den Sol­dat­en, die aus den Feldzü­gen heimka­men, soziale Hil­festel­lung zu leis­ten. Denn es gab damals selb­st für Schw­er­stver­wun­dete, kein­er­lei finanzielle oder son­stige  Unter­stützung.  Nach den bei­den Weltkriegen trat­en dann viele Über­lebende, die soge­nan­nten Heimkehrer dem Kam­er­ad­schafts­bund bei. Die meis­ten von ihnen waren ver­wun­det an Leib und Seele und viele hat­ten auch noch eine Kriegs­ge­fan­gen­schaft zu über­ste­hen. Die ehe­ma­li­gen Sol­dat­en tauscht­en ihre schreck­lichen Erfahrun­gen im Kam­er­ad­schafts­bund aus und ver­ar­beit­eten so ihre trau­ma­tis­chen Erleb­nisse. Aus dieser lei­dgeprüften Schick­sals­ge­mein­schaft in schwieri­gen Zeit­en, wurde eine Wertege­mein­schaft im jet­zt und heute.

Ihr geschätzte Kam­er­aden, set­zt euch heute aktiv für Frieden in Frei­heit, Würde und Demokratie ein, ihr ächtet und ver­achtet Krieg, Gewalt, Ter­ror­is­mus und Extrem­is­mus, egal aus welch­er Rich­tung er kommt. Bei euch wird Kam­er­ad­schaft gepflegt, Tra­di­tion erhal­ten und Werte – wie etwa die Liebe zur Heimat – wer­den weit­ergegeben. Euer Leit­spruch: „Wir fördern Frieden in Frei­heit“ ste­ht selb­stre­dend für euer Engage­ment. Denn das Leid, dass die bei­den Weltkriege verur­sacht haben, darf nie in Vergessen­heit ger­at­en. „Nur wer die Ver­gan­gen­heit ken­nt, hat eine Zukun­ft. Wer die Ver­gan­gen­heit nicht ken­nt, ist gezwun­gen, sie zu wieder­holen.“ Damit das hier bei uns, nie wieder geschieht, daran wollen wir gemein­sam arbeit­en, jed­er auf seinem Platz sowie im Miteinan­der.

Wir kön­nen heute dankbar sein, dass wir das Glück haben, seit über 70 Jahren in Frieden und seit über 60 Jahren in Frei­heit, hier in unserem wun­der­schö­nen Heimat­land Öster­re­ich leben zu dür­fen. Denken wir dabei auch an all jene, die dieses Glück nicht haben. In diesem Sinne danke ich dem Obmann Josef Blasl für sein uner­müdlich­es Wirken, ich bedanke mich bei euch allen, für die gelebte Kam­er­ad­schaft und für euer Engage­ment zum Erhalt des Friedens und wün­sche euch für die Zukun­ft alles, alles Gute. Abschließend darf ich mich im Namen von Obmann Josef Blasl und des Kam­er­ad­schafts­bun­des, bei der Mark­t­musikkapelle Vöck­la­markt für die gemein­same Aus­rich­tung des Grün­dungs­festes ganz beson­ders her­zlich bedanken.