Bundesministers Mag. Thomas Starlinger

Tagesbefehl des Bundesministers zum des Bericht „Unser Heer 2030“

 Bildergebnis für bundesministerium für landesverteidigung

Werte Soldatinnen und Soldaten, werte zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter !

 „Un­se­re Si­cher­heit ist ohne In­ve­sti­tio­nen gefährdet!“

Man­geln­de In­ve­sti­tio­nen in den letz­ten drei Jahr­zehn­ten und der da­mit ver­bun­de­ne Fä­hig­keits­ver­lust des ÖBH ha­ben mas­si­ve Kon­se­quen­zen für Öster­reich : Der Schutz der öster­rei­chi­schen Be­völ­ke­rung kann nur mehr sehr ein­ge­schränkt wahr­ge­nom­men werden.

Das be­deu­tet, dass sich die Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher in Si­tua­tio­nen nach ei­nem Black­out oder bei ter­ro­ri­sti­schen Be­dro­hun­gen nicht mehr auf ihr Bun­des­heer ver­las­sen kön­nen. Zu­sätz­lich ist auf­grund man­geln­der Aus­rü­stung das Le­ben der Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten bei ih­ren Ein­sät­zen ei­nem im­mer grö­ßer wer­den­den Ri­si­ko ausgesetzt.

Zu Be­ginn mei­ner Amts­zeit als Ex­per­ten­mi­ni­ster habe ich da­her den Auf­trag er­teilt, ei­nen Be­richt zu er­stel­len, der im De­tail auf­zeigt, wel­che Rah­men­be­din­gun­gen er­for­der­lich sind, um den Schutz der öster­rei­chi­schen Be­völ­ke­rung in Zu­kunft wie­der ge­währ­lei­sten zu können.

Der Be­richt „Un­ser Heer 2030“ liegt nun vor. Er be­ant­wor­tet vier we­sent­li­che Fragen :

  • Wel­che Be­dro­hun­gen ge­gen Öster­reich gibt es ?
  • Wie schützt das Bun­des­heer die öster­rei­chi­sche Bevölkerung ?
  • Was kann das Bun­des­heer bald nicht mehr und was sind die da­mit ver­bun­de­nen Risiken ?
  • Was braucht es, um für die öster­rei­chi­sche Be­völ­ke­rung wie­der ei­nen aus­rei­chen­den Schutz sicherzustellen ?

Die mi­li­tä­ri­sche Lan­des­ver­tei­di­gung muss an die neu­en Her­aus­for­de­run­gen an­ge­passt wer­den. Die zen­tra­len Auf­ga­ben des Öster­rei­chi­schen Bun­des­hee­res für die näch­sten zehn Jah­re sind :

  • die Be­wäl­ti­gung von hy­bri­den Be­dro­hun­gen, Cy­ber­an­grif­fen und sy­ste­mi­schem Ter­ro­ris­mus so­wie die Si­cher­stel­lung der staat­li­chen Hand­lungs­fä­hig­keit der Re­pu­blik Öster­reich durch 55.000 ein­satz­be­rei­te und ad­äquat aus­ge­rü­ste­te Soldaten ;
  • die Ver­hin­de­rung von Neu­tra­li­täts­ver­let­zun­gen und der Schutz der Sou­ve­rä­ni­tät im Luft­raum durch die Über­wa­chung mit Ra­dar und Kampfflugzeugen ;
  • die Lei­stung von hoch­wer­ti­gen Bei­trä­gen zu im­mer an­spruchs­vol­ler wer­den­den in­ter­na­tio­na­len Frie­dens- und Ord­nungs­ein­sät­zen am West­bal­kan und im er­wei­ter­ten Kri­sen­gür­tel um Eu­ro­pa durch den Ein­satz von min­de­stens 1.100 Soldaten ;
  • die ak­ti­ve Teil­nah­me an der Ge­mein­sa­men Si­cher­heits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik (GSVP) und Teil­nah­me an eu­ro­päi­schen Pro­jek­ten in den Be­rei­chen Cyber‑, Droh­nen- und ABC-Abwehr ;
  • die Er­brin­gung von qua­li­fi­zier­ten As­si­stenz­lei­stun­gen bei der Be­wäl­ti­gung der Fol­gen der Kli­ma­kri­se und tech­ni­schen Ka­ta­stro­phen durch bis zu 12.500 Soldaten ;
  • die Er­brin­gung von ro­bu­sten As­si­stenz­lei­stun­gen für si­cher­heits­po­li­ti­sche Auf­ga­ben durch so­fort ein­setz­ba­re Reaktionskräfte.

 

Um die Si­cher­heit Öster­reichs auch wei­ter­hin ge­währ­lei­sten zu kön­nen, sind ge­mäß dem Be­richt „Un­ser Heer 2030“ fol­gen­de Maß­nah­men notwendig :

  • eine Er­hö­hung des Ver­tei­di­gungs­bud­gets auf drei Mil­li­ar­den Euro in Ver­bin­dung mit ei­ner schritt­wei­sen An­he­bung auf ein Pro­zent des BIP bis 2030 ;
  • der Ab­bau des In­ve­sti­ti­ons­rück­staus der ver­gan­ge­nen Jahrzehnte ;
  • eine un­ver­züg­li­che Ent­schei­dung über die Aus­ge­stal­tung der Luft­raum­über­wa­chung zur Ge­währ­lei­stung un­se­rer Sou­ve­rä­ni­tät und Neutralität ;
  • die Rück­kehr des Grund­wehr­dien­stes von acht Mo­na­ten mit ver­pflich­ten­den Milizübungen ;
  • die Wie­der­her­stel­lung der Ein­satz­fä­hig­keit un­se­rer Miliz ;
  • die Er­hö­hung des Per­so­nal­stan­des auf 24.000 Be­dien­ste­te und An­pas­sung der dienst­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zur Ge­währ­lei­stung der Einsatzbereitschaft.

 

Es ist nun die Auf­ga­be der künf­ti­gen po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger fest­zu­le­gen, wel­ches Ri­si­ko für die Si­cher­heit der öster­rei­chi­schen Be­völ­ke­rung in Kauf ge­nom­men wer­den soll.

Ich bin da­von über­zeugt, dass der Be­richt „Un­ser Heer 2030“ die not­wen­di­gen Grund­la­gen lie­fert, da­mit künf­tig die not­wen­di­gen Res­sour­cen dem ÖBH zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Erst dann wird das Bun­des­heer wie­der sei­ne Auf­ga­ben zum Schutz der Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher er­fül­len kön­nen. An­ge­sichts die­ser über­aus for­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen be­dan­ke ich mich bei Ih­nen für Ih­ren Ein­satz bei der täg­li­chen Aufgabenerfüllung.

Es lebe das Öster­rei­chi­sche Bun­des­heer ! Es lebe die Re­pu­blik Österreich !

Mag. Tho­mas STARLINGER

Bun­des­mi­ni­ster für Landesverteidigung

 

Der Be­richt „Un­ser Heer 2030“ ist auch un­ter www.bundesheer.at/unserheer2030 abrufbar.