In­for­ma­tio­nen aus 1. Hand !

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Star­lin­ger in­for­mier­te wehr­rele­van­te Ver­ei­ne und Part­ner des ÖBH !

BM GM Mag. Thomas Starlinger
Foto : Bundesheer/​Harald MINICH

Vor we­ni­gen Ta­gen wa­ren die Spit­zen der wehr­rele­van­ten Ver­ei­ne und Part­ner des Bun­des­hee­res zur In­for­ma­ti­on über des­sen Si­tua­ti­on von Bun­des­mi­nis­ter Ge­ne­ral­ma­jor Mag. Tho­mas Star­lin­ger ins Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ein­ge­la­den wor­den. Er zeich­ne­te an Hand von Fak­ten die für den Be­richt Un­ser Heer 2030” er­ho­ben wur­den ein un­be­streit­bar dra­ma­ti­sches Bild des Zu­stan­des des Bun­des­heers so­wie von den Ent­wick­lun­gen in der Lan­des­ver­tei­di­gung.

In ei­ner dra­ma­ti­schen Si­tu­ta­ti­on

Wie dras­tisch be­reits jetzt die Aus­wir­kun­gen sind, er­le­ben der­zeit nur Bun­des­heer­an­ge­hö­ri­ge und Kin­der von Mitbürger(inne)n die ih­ren Grund­wehr­dienst leis­ten. Viel zu we­ni­ge Mitbürger(innen) in­ter­es­sie­ren sich für das The­ma Bun­des­heer. So­mit ist es po­li­tisch seit Jah­ren op­por­tun das Bun­des­heer als Bud­get­re­ser­ve zu miss­brau­chen und den Ver­tei­di­gungs­haus­halt seit Jahr­zehn­ten aus­zu­zeh­ren. Geld für den Bun­des­haus­halt wird so­gar auf Kos­ten von Ver­käu­fen von Hee­res­ei­gen­tum be­schafft. Es wird da­nach lei­der nicht ein­mal für An­schaf­fun­gen fürs Heer ver­wen­det. Dies zieht un­wie­der­bring­li­che Ver­lus­te von Hee­res­lie­gen­schaf­ten, Ein­rich­tun­gen und Ge­rät, teil­wei­se gan­zer Trup­pen­kör­per nach sich.

Jahr­zehn­te fi­nan­zi­ell aus­ge­blu­tet !

Still und lei­se wird ein Groß­teil des Gel­des zur Fi­nan­zie­rung des Ta­ges­be­trie­bes im Heer von den Re­gie­run­gen ein­ge­plant und da­mit in­di­rekt Geld für an­de­re Res­sorts frei ge­macht. Er­satz­be­schaf­fun­gen für Ge­rät und Fahr­zeu­ge, wel­che meist schon we­sent­lich äl­ter sind als die Sol­da­ten die es be­nut­zen, ist mit den Bud­ge­t­an­sät­zen der letz­ten Fi­nanz­mi­nis­ter nicht mach­bar. Der Haus­halt reicht kaum um die Pfle­ge, War­tung und In­stand­hal­tung si­cher­zu­stel­len. Dies, ist die Fol­ge ei­nes Ver­tei­di­gungs­bud­gets das nun­mehr auf ein hal­bes Pro­zent der Staats­ein­nah­men ge­sun­ken ist. Der Scha­den ent­steht im ver­bor­ge­nen, wie bei ei­nem Haus, des­sen Fas­sa­de re­gel­mä­ßig ge­stri­chen wird, erst kurz vor dem Kol­laps wird er er­kenn­bar. Der­zeit zieht be­reits der Ver­lust von Fä­hig­kei­ten, die nur das Bun­des­heer hat, her­auf. Aus Ein­spa­rungs­grün­den müs­sen Aus­bil­dun­gen ein­ge­stellt wer­den. Das ist so als, ob man der Feu­er­wehr das Geld für ei­nen Tank­wa­gen ver­wei­gert, weil´s eh jetzt nicht brennt. Im Brand­fall fehlt dann der Tank­wa­gen. Aber noch schlim­mer, denn wenn man den noch zu lei­hen be­kä­me, könn­te trotz­dem nicht ge­löscht wer­den, weil es kein aus­ge­bil­de­tes Per­so­nal zur Be­die­nung gäbe.

Nach­be­set­zun­gen kaum mög­lich !

Und da stellt sich die Fra­ge nach der Per­so­nal­si­tua­ti­on. Ei­nem Un­ter­neh­men, dem es schlecht geht, fehlt auch das Geld für gute Aus­bil­dung und ge­schul­tes Per­so­nal. Seit ge­rau­mer Zeit hat das Bun­des­heer als Ar­beit­ge­ber an At­trak­ti­vi­tät mas­siv ein­ge­büßt. Es fehlt da­her all­jähr­lich an aus­rei­chend Nach­wuchs. Da­mit ist es kaum mög­lich die sich ab­zeich­nen­de Pen­sio­nie­rungs­wel­le ab­zu­fan­gen. Ab­ge­se­hen da­von sind schon jetzt vie­le Plan­stel­len gar nicht und Dienst­stel­len dras­tisch un­ter­be­setzt.

Gute Aus­bil­dung, aber wie ?

Wie lan­ge noch ge­nug Per­so­nal für eine sinn­vol­le Aus­bil­dung von Grund­wehr­die­nern auf­ge­bo­ten wer­den kann, steht so­mit auch in­fra­ge. Es sind näm­lich nicht nur die an Ge­bur­ten schwa­chen Jahr­gän­ge war­um die Zahl Ein­rü­ckungs­ter­mi­ne un­auf­hör­lich schrumpft. Viel mehr ist dies dem Man­gel an Per­so­nal, Be­triebs­mit­tel, Ge­rät und Fahr­zeu­gen ge­schul­det. Wenn, es so wei­ter geht, führt dies die Volks­ab­stim­mung für die Wehr­pflicht ad absurdum.Um jun­ge Men­schen für den Wehr­dienst zu be­geis­tern oder als Be­rufs­sol­da­ten zu ge­win­nen, ist erst ein­mal da­für zu sor­gen das sie eine sinn­vol­le und in­ter­es­san­te Grund­aus­bil­dung er­le­ben. Da müs­sen heu­te vie­len Kom­man­dan­ten alle ihre Re­ser­ven mo­bi­li­sie­ren, um nur an­nä­hernd die­se Ziel­vor­ga­be nicht zum from­men Wunsch zu de­gra­die­ren.

Län­ge­rer GWD und eine star­ke Mi­liz.

Dazu stellt sich den Ver­ant­wor­tungs­trä­gern die Fra­ge des mi­li­tä­ri­schen Nut­zens von Wehr­pflich­ti­gen. Mit sechs Mo­na­ten Grund­wehr­dienst ist er ei­gent­lich ge­gen null an­zu­se­hen. Denn, wenn sie fer­tig aus­ge­bil­det sind rüs­ten sie ab. Dass sie mit dem er­lern­ten Wis­sen kei­nen Bei­trag im Rah­men der Auf­ga­ben des Hee­res mehr leis­ten kön­nen macht den GWD ei­gent­lich zum Schild­bür­ger­streich. Die Aus­bil­dung von IT Kräf­ten zur Ver­tei­di­gung im mo­der­nen Cy­ber­war oder an mo­derns­ten Waf­fen­sys­te­men ist in die­ser kur­zen Zeit eben­falls kaum mög­lich. Der Auf­bau von drin­gend er­for­der­li­chen Mi­liz­kräf­ten bleibt un­ter die­sen Vor­ga­ben eben­so auf der Stre­cke.

Er­fül­lung des Ver­fas­sungs­auf­trag in Fra­ge ge­stellt !

Das und vie­le wei­te­re Be­rei­che hat Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ge­ne­ral­ma­jor Mag. Tho­mas Star­lin­ger in sei­nen Vor­trag fak­tisch be­legt und auf­ge­zeigt. Er schloss mit ei­nem deut­li­chen Ap­pell an die Zu­hö­rer, ih­ren Mit­glie­dern und der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung den Ernst der Si­tua­ti­on des Bun­des­heers ehest mög­lich zu ver­mit­teln. Es braucht ihre Un­ter­stüt­zung. Der Druck der Wähler/​innen soll mit­hel­fen die Po­li­ti­ker zum Ein­len­ken brin­gen, be­vor die mi­li­tä­ri­sche Si­cher­heits­vor­sor­ge völ­lig in­fra­ge ge­stellt wird. In der an­schlie­ßen­den Dis­kus­si­on und den per­sön­li­chen Ge­sprä­chen wa­ren alle Teil­neh­mer ein­hel­lig der Mei­nung das es höchs­te Zeit jetzt mas­siv fürs Bun­des­heer öf­fent­lich Stim­mung zu ma­chen. Das ver­die­nen sich un­se­re Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten aber auch Grund­wehr­die­ner und Mi­liz­sol­da­ten, die bei al­len Ka­ta­stro­phen und Ge­fah­ren ih­ren Ein­satz für un­ser Wohl­erge­hen und die Si­cher­heit brin­gen !