Neue Feu­er­waf­fen Richt­li­ni­en in der EU

Er­schwert EU tra­di­tio­nel­les Böl­ler­schie­ßen ?

Gallspach-Boeller-2Trauner-Schuetzen-Boeller-klIn letz­ter Zeit stieg im Lich­te von Ter­ror und An­schlä­gen der Druck zur Ver­schär­fung der Re­geln und Ge­set­ze be­züg­lich Waf­fen und Spreng­stoff-be­sitz in der EU mas­siv. Seit län­ge­rer Zeit ar­bei­tet die EU Kom­mis­si­on an ei­ner Über­ar­bei­tung der Feu­er­waf­fen-Richt­li­ni­en. Ihr ers­ter Vor­schlag vom No­vem­ber 2015 war mehr als über­bor­dend und ver­un­si­cher­te Tra­di­ti­ons­ver­bän­de, Jä­ger, Sport­schüt­zen, Mu­se­en und Samm­lern mas­siv. Die sind aber die fal­sche Grup­pe, den es be­steht kein Zu­sam­men­hang zwi­schen ih­nen als le­ga­len Waf­fen­be­sit­zer und ter­ro­ris­ti­schen At­ten­ta­ten. Un­be­schol­te­ne Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sol­len so nicht kri­mi­na­li­siert” wer­den ! Ös­ter­reich hat be­reits ein an­ge­mes­se­nes und be­währ­tes Waf­fen­ge­setz. Eine eu­ro­pa­wei­ten Zu­sam­men­ar­beit auf Ba­sis von Har­mo­ni­sie­rung be­währ­ter Be­stim­mun­gen steht si­cher nie­mand im Wege.

Ein Vor­schlag ist aber noch lan­ge kein Ge­setz !

Ziel der EU-Kom­mis­si­on war, den Er­werb von Feu­er­waf­fen zu er­schwe­ren, die bes­se­re Rück­ver­fol­gung le­ga­ler Waf­fen und Be­sit­zer in Zu­sam­men­ar­beit mit den Mit­glied­staa­ten so­wie ei­nen Stan­dard zur De­ak­ti­vie­rung der Waf­fen fest­zu­le­gen. Der Ball liegt nun beim EU Par­la­ment – der Bür­ger­kam­mer Eu­ro­pas – und den In­nen­mi­nis­tern. Sie soll­ten eine An­pas­sung auf ös­ter­rei­chi­sches Ni­veau“ in al­len EU Staa­ten her­bei­füh­ren ohne Maß und Ziel aus den Au­gen zu ver­lie­ren. 

Die Vor­schlä­ge der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on
  • Samm­ler und Mu­se­en sol­len in den An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie auf­ge­nom­men Ihre Waf­fen wä­ren zu de­kla­rie­ren und be­wil­li­gen. Da­nach dürf­ten Mu­se­en nur funk­ti­ons­un­fä­hi­ge voll­au­to­ma­ti­sche Waf­fen be­hal­ten.
  • Be­reits de­ak­ti­vier­te Feu­er­waf­fen sol­len er­fasst wer­den, um eine Re­ak­ti­vie­rung zu ver­hin­dern.
  • Halb­au­to­ma­ti­sche zi­vi­le Feu­er­waf­fen, die wie voll­au­to­ma­ti­sche Kriegs­waf­fen aus­se­hen sind zu ver­bie­ten.
  • On­line-Waf­fen­käu­fe nur mehr Händ­ler er­lau­ben. Der Er­werb von Waf­fen, wich­ti­gen Be­stand­tei­len oder Mu­ni­ti­on über das In­ter­net ist mög­lichst ein­zu­däm­men
  • Schreckschuss‑, Si­gnal- und Sa­lut­waf­fen, akus­ti­sche Waf­fen so­wie Waf­fen­nach­bau­ten sol­len künf­tig mel­de­pflich­tig sein.
  • Die Gül­tig­keits­dau­er ei­ner Waf­fen­li­zenz soll auf fünf Jah­re be­schränkt wer­den.
  • Ver­pflich­ten­de me­di­zi­ni­sche /​psychologischeTests bei der Aus­stel­lung oder Ver­län­ge­rung von Ge­neh­mi­gun­gen wer­den ver­pflich­tend ge­for­dert.
  • EU-weit stan­dar­di­sier­te Waf­fen­kenn­zeich­nung zur bes­se­ren Rück­ver­folg­bar­keit von Waf­fen und Be­nut­zern wäre ein­zu­füh­ren.
  • Ver­pflich­ten­der eu­ro­pa­wei­ter amtl. In­for­ma­ti­ons­aus­tausch über Waf­fen­be­sit­zer und de­ren Ge­neh­mi­gun­gen un­ter EU Mit­glied­staa­ten mit ei­ner on­line Ver­net­zung al­ler na­tio­na­len Waf­fen­re­gis­ter soll ein­ge­führt wer­den.
Die Stand­punk­te des EU Par­la­ments

Im Juni 2016 la­gen nun 86 Än­de­rungs­vor­schlä­ge der zu­stän­di­gen Be­richt­erstat­te­rin Vicky Ford und wei­te­re 761 der EU-Par­la­men­ta­ri­er vor. 15 Än­de­rungs­vor­schlä­ge da­von ka­men vom ös­ter­rei­chi­schen EU-Par­la­ments­vi­ze­prä­si­den­ten Ott­mar Ka­ras. Des­sen Kern­for­de­run­gen sind dar­in :

  • Kul­tu­rel­le Brauch­tums- und Tra­di­ti­ons­ver­bän­de sind von der Feu­er­waf­fen-Richt­li­nie aus­zu­neh­men. Die Mit­glie­der von Tra­di­ti­ons- und Schüt­zen­ver­ei­nen sind kei­ne po­ten­ti­el­len Waf­fen­händ­ler, son­dern ge­set­zes­treue Bür­ger, für die die Pfle­ge un­se­rer Tra­di­tio­nen und der Er­halt un­se­rer Volks­kul­tur ein An­lie­gen ist !
  • Ver­pflich­ten­de me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen für alle Ge­nann­ten sind da­her un­ver­hält­nis­mä­ßig weil sie ver­wal­tungs­tech­ni­sche und fi­nan­zi­ell zu hohe Auf­wän­de ver­ur­sa­chen.
  • Die Be­schrän­kung der Gül­tig­keits­dau­er der Waf­fen­li­zen­zen (auf fünf Jah­re) ist nach Ein­satz­zweck, Per­son und Art der Waf­fe zu be­ur­tei­len und na­tio­nal zu re­geln.
Wie geht’s wei­ter !

Der Bin­nen­markt- und Ver­brau­cher­schutz-Aus­schuss ge­lei­tet von MEP Vicky Ford wird im Juli den neu­en Vor­schlag be­schlie­ßen über den im Herbst das EU-Par­la­ment ab­stim­men soll. Da­nach sind die Ver­hand­lun­gen mit den In­nen­mi­nis­tern zur Ei­ni­gung im EU-Rat ge­plant. Es ist also höchs­te Zeit die gan­zen über­zo­ge­nen Ma­xi­mal­for­de­run­gen mit Au­gen­maß un­ter Wah­rung der Not­wen­dig­kei­ten für die öf­fent­li­che Si­cher­heit zu­recht zu stut­zen. Ge­lingt dies nicht, wird mit die­ser Ent­schei­dung die Ak­zep­tanz und das An­se­hen der eu­ro­päi­schen Gre­mi­en bei den ein­fa­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in Ös­ter­reich er­neut er­heb­li­chen Scha­den neh­men.

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