Info Ö‑Gesundheitskasse zu Vereinsfesten

Ehrenamtlichkeit hinterfragt!

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Gesundheitskasse – Info Versicherungspflicht bei Vereinsfesten ? 

Tätigkeiten bei Vereinsfesten

Wird ein Ver­eins­fest (Blau­licht­or­ga­ni­sa­tio­nen, Sport­ver­ei­ne, kirch­li­che oder po­li­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen, Kel­ler­gas­sen­fe­ste etc.) ge­plant, wird stets nach tat­kräf­ti­ger Un­ter­stüt­zung und flei­ßi­gen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern ge­sucht. Meist fin­den sich dann Ver­eins­mit­glie­der und auch Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge von Ver­eins­mit­glie­dern. In die­sem Zu­sam­men­hang stellt sich häu­fig die Fra­ge, wie die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer so­zi­al­ver­si­che­rungs- und steu­er­recht­lich zu be­han­deln sind und ob die­se als Dienst­neh­me­rin­nen und Dienst­neh­mer an­ge­mel­det wer­den müssen.

Bei der Fra­ge, ob ein Dienst­ver­hält­nis vor­liegt, er­folgt die Prü­fung der Dienst­nehmer­ei­gen­schaft an Hand der ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen und der tat­säch­lich ge­leb­ten Ver­hält­nis­se. Es han­delt sich da­her stets um eine Ein­zel­fall­be­ur­tei­lung. Die nach­fol­gen­den Er­läu­te­run­gen die­nen so­mit nur als Orientierungshilfe.

Entschädigung für die Leistungen

Hel­fen Per­so­nen bei ei­ner sol­chen Ver­an­stal­tung mit, ist in er­ster Li­nie dar­auf zu ach­ten, ob die­se für ihre Tä­tig­keit eine Ent­schä­di­gung er­hal­ten. Eine sol­che Ent­schä­di­gung kann eine Pau­scha­le oder ein stun­den­wei­se ge­büh­ren­der Geld­be­trag, Trink­geld, aber auch ein Sach­be­zug sein. Spei­sen und Ge­trän­ke, die wäh­rend der Tä­tig­keit kon­su­miert wer­den, sind nicht als Sach­be­zü­ge zu verstehen.

Wird der hel­fen­den Per­son eine Ent­schä­di­gung ge­währt, ist die­se je­den­falls bei der Öster­rei­chi­schen Ge­sund­heits­kas­se (ÖGK) zur Pflicht­ver­si­che­rung als Dienst­neh­me­rin bzw. Dienst­neh­mer an­zu­mel­den. Zu­dem ist in die­sem Fall Steu­er­pflicht gegeben.

Keine Entschädigung für die Leistungen

Er­hält die Hel­fe­rin bzw. der Hel­fer tat­säch­lich kei­ne Ent­loh­nung für die Lei­stung, wird ver­mu­tet, dass die­se Lei­stung im Rah­men ei­nes Freund­schafts- oder Ge­fäl­lig­keits­dien­stes er­bracht wird. Freund­schafts- und Ge­fäl­lig­keits­dien­ste sind kurz­fri­sti­ge, frei­wil­li­ge und un­ent­gelt­li­che Dien­ste, die auf Grund spe­zi­fi­scher Bin­dun­gen zur Ver­an­stal­te­rin bzw. zum Ver­an­stal­ter er­bracht werden.

Sol­che Tä­tig­kei­ten müs­sen ohne Ver­pflich­tung zur Ar­beits­lei­stung, in ei­nem zeit­lich sehr be­schränk­ten Rah­men und tat­säch­lich un­ent­gelt­lich er­bracht wer­den. Bei ech­ten Freund­schafts- und Ge­fäl­lig­keits­dien­sten ist kei­ne An­mel­dung bei der ÖGK er­for­der­lich. Zu­dem ist kei­ne Steu­er­pflicht gegeben.

Hin­weis : Trink­gel­der gel­ten dann nicht als Ent­gelt, wenn sie di­rekt in die Ver­eins­kas­se flie­ßen und nicht der Hel­fe­rin bzw. dem Hel­fer als Ge­gen­lei­stung verbleiben.

Leistungen von Vereinsmitgliedern und Familienangehörigen

Der Grund­satz, dass ein Ent­gelt­be­zug eine Pflicht­ver­si­che­rung so­wie eine Steu­er­pflicht be­grün­det, gilt für alle Hel­fe­rin­nen und Helfer.

Ver­eins­mit­glie­der :
Bei den Ver­eins­mit­glie­dern wird aber ver­mu­tet, dass sie frei­wil­li­ge und un­ent­gelt­li­che Tä­tig­kei­ten bei von ih­rem Ver­ein ver­an­stal­te­ten Fe­sten lei­sten. In die­sen Fäl­len ist eine An­mel­dung bei der ÖGK nicht er­for­der­lich. Zu­dem ist kei­ne Steu­er­pflicht gegeben.

Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge und Ver­wand­te von Ver­eins­mit­glie­dern :
Hel­fen Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge und Ver­wand­te von Ver­eins­mit­glie­dern bei Ver­eins­fe­sten mit, gilt die Ver­mu­tung, dass von ei­nem Dienst­ver­hält­nis mit Ent­gelt­an­spruch aus­zu­ge­hen ist. Wer­den je­doch auch die­se Hel­fe­rin­nen und Hel­fer frei­wil­lig und un­ent­gelt­lich tä­tig, ist nicht vom Vor­lie­gen ei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses auszugehen.

Hin­weis :
Ste­hen Per­so­nen be­reits in ei­nem Dienst­ver­hält­nis zum Ver­ein, kann eine Tä­tig­keit bei ei­nem Ver­eins­fest, wenn es sich nicht um die glei­che Tä­tig­keit han­delt, auch ohne zu­sätz­li­che Ent­gelt­zah­lung und Bei­trags­lei­stung er­fol­gen. Vor­aus­set­zung ist, dass die Tä­tig­keit frei­wil­lig, nicht wäh­rend der Ar­beits­zeit und un­ent­gelt­lich erfolgt.

Tipp : Um die Kurz­fri­stig­keit und Un­ent­gelt­lich­keit auch für Kon­troll­zwecke zu do­ku­men­tie­ren, soll­te dies mit ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung er­fol­gen. Das Feh­len ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung führt al­ler­dings nicht au­to­ma­tisch zum Vor­lie­gen ei­nes Dienstverhältnisses.

Einbindung von gewerblichen Gastronomiebetrieben bei Vereinsfesten

Sind ge­werb­li­che Ga­stro­no­mie­be­trie­be bei Ver­eins­fe­sten ein­ge­bun­den, än­dert sich nichts für Hel­fe­rin­nen und Hel­fer von Ver­ei­nen. Wer­den die­se für den Ver­ein tä­tig, ist bei frei­wil­li­gen und un­ent­gelt­li­chen Tä­tig­kei­ten nicht von ei­nem Dienst­ver­hält­nis auszugehen.

Wer­den die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer al­ler­dings für den Ga­stro­no­mie­be­trieb tä­tig, ist grund­sätz­lich von ei­nem Dienst­ver­hält­nis aus­zu­ge­hen. In die­sem Fall sind die­se Dienst­neh­me­rin­nen und Dienst­neh­mer vom Ga­stro­no­mie­be­trieb bei der ÖGK an­zu­mel­den, so­fern die­se Per­so­nen dort nicht oh­ne­hin be­reits in ei­nem Dienst­ver­hält­nis stehen.

Bei­spiel :
Ein Ga­stro­nom wird für ein Ver­eins­fest hin­zu­ge­zo­gen. Der Ga­stro­nom über­nimmt mit sei­nen bei­den An­ge­stell­ten den Aus­schank. Gleich­zei­tig wer­den Ver­eins­mit­glie­der im Rah­men von Ser­vier­tä­tig­kei­ten un­ent­gelt­lich für den Ver­ein tä­tig. Bei den bei­den An­ge­stell­ten liegt ein Dienst­ver­hält­nis zum Ga­stro­no­men vor. Bei den Ver­eins­mit­glie­dern ist von kei­nem Dienst­ver­hält­nis auszugehen.

Fragen zur Beschäftigung

Soll­ten Sie Fra­gen zur Be­schäf­ti­gung bei Ver­ei­nen ha­ben oder eine so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­schät­zung Ih­rer Si­tua­ti­on wün­schen, steht Ih­nen die ÖGK ger­ne zur Verfügung.

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Au­torin : Mag.a (FH) Ka­ri­na Sandhofer/​ÖGK