Med. Sicherheitsvorsorge : Österreicher ist gut versorgt !

 

170 Hausärzte auf 100.000 Einwohner

Die Er­geb­nis­se der Er­he­bung der eu­ro­päi­schen Sta­ti­stik­be­hör­de im Jahr 2018

Im deutsch­spra­chi­gen Raum in Eu­ro­pa ist Öster­reich Spit­zen­rei­ter bei der Ver­sor­gung mit Haus­ärz­ten. Mit 170 all­ge­mein Me­di­zi­nern auf 100.000 Ein­woh­ner liegt es eu­ro­pa­weit am drit­ten Platz. Spit­zen­rei­ter ist Por­tu­gal. Dort ste­hen 100.000 Ein­woh­nern 269 Haus­ärz­te zu Ver­fü­gung. Gleich da­hin­ter liegt Ir­land mit 184 Ärz­te pro 100.000 Ein­woh­ner. Im­mer­hin 100 we­ni­ger als in Portugal.

 

Medizinische Versorgungssicherheit

Die Euro-Stat-Gra­fik zeigt, dass Öster­reich un­ter den deutsch­spra­chi­gen Län­dern am be­sten ab­schnei­den. Die in vie­len Be­rei­chen füh­ren­de eu­ro­päi­sche Na­ti­on, Deutsch­land, kämpft in die­sem Be­reich be­reits seit ei­ni­gen Jah­ren mit ei­nem fort­schrei­ten­den Ärz­te­man­gel. Dort muss ein Arzt be­reits 1.000 Pa­ti­en­ten be­treu­en. Ver­schärft ist die Si­tua­ti­on be­son­ders in länd­li­chen Re­gio­nen.  Dort ge­hen im­mer mehr Land­ärz­te in Pen­si­on und fin­den kei­ne Nach­fol­ger. Nur we­ni­ge jun­ge Me­di­zi­ner sind be­reit sich den an­stren­gen­den und her­aus­for­dern­den Dienst als Ver­trags­arzt auf dem Land an­zu­tun. Ein Pro­blem wel­ches auch in Öster­reich im An­zug ist. Man wird sich künf­tig ver­stärkt da­mit aus­ein­an­der set­zen  müssen.

Krisensicherheit vs. Exceltabellen

Wie die Co­ro­na­kri­se zeig­te, hat sich das in vie­le klei­ne Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen auf­ge­teil­te me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­sy­stem Öster­reichs als kri­sen­fest und ef­fek­tiv be­währt. Deut­lich sicht­bar wur­de hin­ge­gen,  dass Zen­tra­li­sie­run­gen und die An­häu­fung me­di­zi­ni­scher Kom­pe­tenz in Bal­lungs­zen­tren er­heb­li­che Ri­si­ken ber­gen. In Län­dern die auch aus Ko­sten­grün­den auf gro­ße und zen­tra­le Ver­sor­gungs­zen­tren set­zen hat­te dies teils fa­ta­le Fol­gen. Etwa durch An­steckung des Per­so­nals droh­te die Schlie­ßung gro­ßer Zen­tren was zum Kol­laps der ge­sam­ten me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung gan­zer Re­gio­nen führ­te. Dann wird Me­di­zin nur noch zur Ster­be­be­glei­tung. Si­cher­heit ko­stet Geld und ist meist nicht mit der „Ex­cel­ta­bel­le“ von Ma­na­gern kom­pa­ti­bel. Die Ef­fek­ti­vi­tät des öf­fent­li­chen bzw. staat­li­chen Auf­ga­ben­be­reich ist aber an der Si­cher­heit der Lei­stun­gen und erst dann am wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len zu beurteilen. 

Nicht wieviel kostet es, sondern wieviel ist es uns Wert ?

In den Län­dern der so­ge­nann­ten er­sten Welt, den In­du­strie­na­tio­nen, lau­tet die Fra­ge stets wie viel Si­cher­heit will man sich lei­sten. Po­li­tisch ist es eine klas­si­sche Me­tho­de zur aku­ten Bud­get­ver­bes­se­rung dort ein­zu­spa­ren, wo ein Man­gel erst lang­fri­stig auf­fällt. Zu­sam­men­le­gun­gen und Ab­bau von Re­ser­ven sind dazu be­lieb­te Me­tho­den. Ste­hen im Si­cher­heits­be­reich die Ko­sten­fra­gen im Vor­der­grund z. B. bei der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung, so löst dies aber nur kurz­fri­stig Ef­fek­te aus.

Krisenfall als Nagelprobe

Denn der Kri­sen­fall ist die Na­gel­pro­be. Bei Fehl­ein­schät­zun­gen der Aus­wir­kun­gen wird die Rech­nung spä­ter prä­sen­tiert. Wenn, ein klei­ne­res Kran­ken­haus schlie­ßen muss, kann man in an­de­re aus­wei­chen. Wenn ein Zen­tral­sy­stem eine gro­ße Zen­tral­kli­nik sper­ren muss, was dann ? So wür­de es ver­mut­lich bei ei­ner we­ni­ger auf­wän­di­gen Struk­tur schnel­ler und auch öf­ter zu ei­nem „Shut­down“ kom­men. Dann wird das vor­her ein­ge­spar­te mit Zin­ses­zins in Rech­nung ge­stellt. Spä­te­stens zu die­sem Zeit­punkt of­fen­bart sich wel­che Wirt­schafts­fach­leu­te und Ver­ant­wor­tungs­trä­ger nur von Bi­lanz zu Bi­lanz oder Wahl zu Wahl pla­nen. Denn auch Me­di­zin ist ein Teil der staat­li­chen Si­cher­heits­vor­sor­ge. Wie wir ge­se­hen ha­ben braucht es zur si­che­ren wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung auch kri­sen­fe­ste me­di­zi­ni­sche Versorgung.