Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Dr. Joseph Robert Biden jr !

Rückkehr des „American Spirit“ gibt neues Vertrauen !

Der 20. Jän­ner 2021 wird wohl als ein be­son­de­rer Tag nicht nur in die Ge­schich­te der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ein­ge­hen. Mit der An­ge­lo­bung des neu­en Prä­si­den­ten, Dr. Jo­seph Ro­bert Bi­den ju­ni­or, als 46. Prä­si­den­ten, en­de­te eine Ära der Un­be­re­chen­bar­keit und in­ter­na­tio­na­le Un­si­cher­heit in der und im Um­gang mit der USA. Den Aus­gang hat­te die­se zu­letzt vom „Sturm“ auf´s Ca­pi­tol ge­krön­te Herr­schaft mit der Wahl des Mul­ti­mil­lio­närs Do­nald Trump zum Prä­si­den­ten ge­nom­men. Mit ihm sind al­ter­na­ti­ve „Wahr­hei­ten“ also Lü­gen hof­fä­hig ge­wor­den, alle nicht ge­neh­men Ver­ein­ba­run­gen auf­ge­kün­digt so­wie tra­di­tio­nel­le Nor­men oder auch Part­ner­schaf­ten in Fra­ge ge­stellt worden. 

Si­cher­lich, hat auch der neue Prä­si­dent zu­erst für das Wohl­erge­hen sei­nes Lan­des Sor­ge zu tra­gen. Dies wird ihm durch die Spal­tung der Be­völ­ke­rung und die Be­dro­hun­gen durch die au­ßer Kon­trol­le ge­ra­te­ne Pan­de­mie nicht er­leich­tert. Das wird auch auf den mit 78 Jah­ren er­fah­re­nen Po­li­ti­ker viel Druck aus­üben. Wie­viel Spiel­raum dem Prä­si­dent Dr. Joe Bi­den auch au­ßen­po­li­tisch blei­ben wird, wird vom in­nen­po­li­ti­schen Er­folg ab­hän­gen. Trotz­dem war be­reits in sei­ner An­tritts­re­de der Geist der Aus­söh­nung und die Rück­kehr zu ver­nünf­ti­ger und nach­voll­zieh­ba­rer Po­li­tik ein­deu­tig spür­bar.  Mit der Rück­kehr zu di­plo­ma­ti­schen Ge­pflo­gen­hei­ten und in in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen, so­wie die Re­ak­ti­vie­rung be­schä­dig­ter Part­ner­schaf­ten weckt er hohe Er­war­tun­gen. Prä­si­dent Dr. Joe Bi­den ver­kün­det die Er­neue­rung des „Ame­ri­can Spi­rit“ der aus Kraft des Ge­mein­schaft ge­nährt wer­den wird.  Um ein Ge­fühl für sei­ne Wer­te und Leit­li­ni­en zu be­kom­men und Ver­trau­en zu ge­win­nen, lohnt es sich die­se An­tritts­re­de ge­nau zu le­sen.    (Link zum ori­gi­nal Be­richt und Quel­le der An­spra­che hier klicken)               

Antrittsrede des 46. US Präsidenten 

Dr. Joseph Robert BIDEN junior

Heu­te ist der Tag Ame­ri­kas. Dies ist der Tag der De­mo­kra­tie. Ein Tag der Ge­schich­te und der Hoff­nung, der Er­neue­rung und der Ent­schlos­sen­heit. Aus ei­nem Schmelz­tie­gel vie­ler Men­schen ist über Jahr­hun­der­te die­se Na­ti­on  ent­stan­den und nun wur­de es er­neut auf die Pro­be ge­stellt. Ame­ri­ka hat die­se Her­aus­for­de­rung an­ge­nom­men. Da­her fei­ern wir heu­te nicht den Tri­umph ei­nes Kan­di­da­ten, son­dern von Wer­ten, den Wer­ten der De­mo­kra­tie. Dem Volk – der Wil­le des Vol­kes – wur­de ge­hört, und der Wil­le des Vol­kes wur­de beherzigt.

Wir ha­ben da­bei wie­der ge­lernt, dass De­mo­kra­tie kost­bar ist, dass De­mo­kra­tie zer­brech­lich ist. Doch in die­ser Stun­de, mei­ne Freun­de, hat die De­mo­kra­tie ge­siegt. So kom­men wir nun wie­der vor Gott als eine un­teil­ba­re Na­ti­on auf die­sem ge­hei­lig­ten Bo­den zu­sam­men. Wo noch vor we­ni­gen Ta­gen mit Ge­walt ver­sucht wur­de, das Ca­pi­tol in sei­nen Grund­fe­sten zu er­schüt­tern fin­det nun die fried­li­che Über­ga­be der Macht statt, so wie wir sie seit mehr als zwei Jahr­hun­der­ten tun.

Wäh­rend wir auf un­se­re ein­zig­ar­ti­ge ame­ri­ka­ni­sche Art und Wei­se nach vor­ne blicken, rast­los, kühn und op­ti­mi­stisch, und auf die Zie­le un­se­re Na­ti­on set­zen, von der ich weiß, dass ich für die­se Na­ti­on nun ver­ant­wort­lich bin und sie wei­ter­hin vor­wärts brin­gen muss, dan­ke ich den an­we­sen­den Vor­gän­gern bei­der Par­tei­en. Eben­so dan­ke ich Prä­si­dent Car­ter, mit dem ich ge­stern Abend ge­spro­chen habe und der heu­te nicht bei uns sein kann. Ich dan­ke ih­nen al­len aus tief­stem Her­zen für ih­ren le­bens­lan­gen Dienst an ih­rem Land. Und ich weiß um die Wi­der­stands­fä­hig­keit un­se­rer Ver­fas­sung und ihre Stär­ke so­wie die Kraft un­se­rer Nation.

Ich habe ge­ra­de ei­nen hei­li­gen Eid ge­lei­stet, den je­der die­ser mei­ner Vor­gän­ger ab­ge­legt hat. Der Eid, den als er­ster Ge­or­ge Wa­shing­ton ge­schwo­ren hat. Aber die ame­ri­ka­ni­sche Ge­schich­te hängt nicht von ei­nem ein­zel­nen Prä­si­den­ten ab, nicht ein­mal von meh­re­ren Prä­si­den­ten, son­dern von al­len Ame­ri­ka­nern. Von uns, dem Volk, das eine voll­kom­me­ne­re Ge­mein­schaft an­strebt. Dies ist eine groß­ar­ti­ge Na­ti­on. Wir sind gute Men­schen. Und im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ha­ben wir es durch Sturm und Zwie­tracht in Frie­den und im Krieg zu die­sem herr­li­chen Land ge­macht. Aber wir ha­ben noch ei­nen wei­ten Weg vor uns.

Die Re­gie­rung wird rasch und un­ter größ­ter An­stren­gung vor­an­schrei­ten, denn wir ha­ben in die­sem „Win­ter der Ge­fah­ren“ alle Mit­tel aus­zu­schöp­fen um viel zu tun. Viel zu hei­len, viel wie­der­her­zu­stel­len, viel zu bau­en und viel zu ge­win­nen. We­ni­ge Ge­nera­tio­nen in der Ge­schich­te un­se­rer Na­ti­on wur­den mehr her­aus­ge­for­dert oder leb­ten in ei­ner Ära die her­aus­for­dern­der oder schwie­ri­ger als die Zeit, die wir ge­ra­de jetzt er­le­ben. Ein Jahr­hun­dert­vi­rus, der still und lei­se das Land heim­sucht, hat in ei­nem Jahr so vie­le Men­schen­le­ben von uns ge­for­dert wie der ge­sam­te Zwei­ten Weltkrieg.

Mil­lio­nen von Ar­beits­plät­zen sind ver­lo­ren ge­gan­gen. Hun­dert­tau­sen­de von Ge­schäf­ten muss­ten schlie­ßen. Der Schrei nach Ge­rech­tig­keit und ge­gen Ras­sis­mus in un­se­rem Land ist etwa 400 Jah­re alt, er be­wegt uns heu­te er­neut. Denn der Traum von Gleich­heit und Ge­rech­tig­keit für alle lässt sich ein­fach nicht län­ger auf­schie­ben. Ein ver­zwei­fel­ter Schrei ums Über­le­ben der nicht zu über­hö­ren ist kommt auch von un­se­rem Pla­ne­ten.  Dem Auf­stieg des po­li­ti­schen Ex­tre­mis­mus, der ras­si­sti­schen wei­ßen Vor­herr­schaft, des in­län­di­schen Ter­ro­ris­mus, müs­sen wir ent­schlos­sen ent­ge­gen­tre­ten und ihn besiegen.

Um die­se Her­aus­for­de­run­gen zu be­stehen, die See­le des Lan­des wie­der zu hei­len und die Zu­kunft Ame­ri­kas zu si­chern, be­darf es so viel mehr als gu­ter Wor­te. Es er­for­dert das schwie­rig­ste von ei­ner De­mo­kra­tie – Ei­nig­keit und Ge­mein­schaft ! eben­falls an ei­nem Ja­nu­ar­tag, dem Neu­jahrs­tag des Jah­res 1863, un­ter­zeich­ne­te Prä­si­dent Abra­ham Lin­coln die Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung. Als er den Stift aufs Pa­pier setz­te, sag­te Prä­si­dent Lin­coln : „Wenn mein Name je­mals in die Ge­schich­te ein­geht, dann für die­se ein­zig­ar­ti­ge Er­klä­rung, denn mei­ne gan­ze See­le steckt in ihr“.

Mei­ne gan­ze See­le ist heu­te an die­sem Ja­nu­ar­tag 2021, bei die­ser An­ge­lo­bung. Mei­ne gan­ze See­le steckt dar­in, Ame­ri­ka zu ver­ei­nen, un­ser Volk zu ver­ei­nen, un­se­re Na­ti­on zu ver­ei­nen. Und ich bit­te je­den Ame­ri­ka­ner, sich mir bei die­ser Sa­che an­zu­schlie­ßen. Ver­eint ge­gen die Fein­de zu kämp­fen, de­nen wir ge­gen­über­ste­hen – der Wut, den Res­sen­ti­ments und Hass, Ex­tre­mis­mus, Ge­setz­lo­sig­keit, Ge­walt, Krank­heit, Ar­beits­lo­sig­keit und Hoffnungslosigkeit.

Mit Ei­nig­keit kön­nen wir gro­ße und wich­ti­ge Din­ge tun. Wir kön­nen Un­recht kor­ri­gie­ren, wir kön­nen Men­schen wie­der Ar­beit ge­ben, wir kön­nen un­se­re Kin­der wie­der in si­che­ren Schu­len un­ter­rich­ten. Wir kön­nen den töd­li­chen Vi­rus be­sie­gen, wir kön­nen Ar­beits­plät­ze schaf­fen, wir kön­nen die Mit­tel­klas­se wie­der­auf­bau­en und Ar­beits­plät­ze si­cher ma­chen, wir für kön­nen Ras­sen­ge­rech­tig­keit sor­gen und wir kön­nen Ame­ri­ka wie­der zur füh­ren­den Kraft für das Gute in der Welt machen.

Ich weiß, von Ge­mein­schaft zu spre­chen, kann für man­che in die­sen Ta­gen wie eine tö­rich­te Fan­ta­sie klin­gen. Ich weiß, dass die Kräf­te, die uns spal­ten wol­len, tief­sit­zend und real sind. Aber ich weiß auch, dass sie nichts Neu­es sind. Un­se­re Ge­schich­te war ein stän­di­ger Kampf zwi­schen dem ame­ri­ka­ni­schen Ide­al, dass wir alle gleich ge­schaf­fen sind und der har­ten, häss­li­chen Rea­li­tät, dass Ras­sis­mus, der vom Glau­ben an die ei­ge­ne Über­le­gen­heit lebt und auch Angst schürt, uns aus­ein­an­der­ge­ris­sen ha­ben. Die­ser Kampf dau­ert be­stän­dig an und der Sieg da­ge­gen ist nie sicher.

Im Bür­ger­krieg, der gro­ßen De­pres­si­on, den Welt­krie­gen, den 911 An­schlä­gen, im Kampf, trotz gro­ßer Op­fer und Rück­schlä­ge ha­ben wir mit der Un­ter­stüt­zung un­se­rer Bee­schüt­zer im­mer ge­siegt. In je­dem die­ser Mo­men­te ha­ben sich ge­nug von uns zu­sam­men­ge­fun­den, um uns wei­ter vor­wärts zu tra­gen. Das wer­den wir auch jetzt wie­der tun. Ge­schich­te, Glau­be und Ver­nunft zei­gen uns den Weg. Den Weg der Einigkeit.

Wir soll­ten ein­an­der nicht als Geg­ner, son­dern als Nach­barn se­hen. Wir soll­ten uns ge­gen­sei­tig mit Wür­de und Re­spekt be­han­deln. Wir soll­ten un­se­re Kräf­te bün­deln, das ag­gres­si­ve Ge­schrei be­en­den und die über­trie­be­ne Auf­re­gun­gen zu­rück­fah­ren. Denn ohne Ge­mein­schaft gibt es kei­nen Frie­den, nur Bit­ter­keit und Wut, kei­nen Fort­schritt, nur ver­zeh­ren­de Em­pö­rung. Kei­ne Na­ti­on, son­dern nur ein chao­ti­scher Hau­fen. Dies ist ein hi­sto­ri­scher Mo­ment der Kri­se und eine Her­aus­for­de­rung. Und nur Ge­mein­schaft bringt uns wie­der auf den Weg nach vorn. Wir müs­sen die­sen Her­aus­for­de­run­gen als „die Ver­ei­nig­ten“ Staa­ten von Ame­ri­ka begegnen.

Wenn wir das tun, ga­ran­tie­re ich, dass wir nicht schei­tern wer­den. Wir ha­ben in Ame­ri­ka noch nie ver­sagt, wenn wir ge­mein­sam ge­han­delt ha­ben. Und so lasst uns heu­te ge­mein­sam, an die­sem Tag, an die­sem Ort, neu be­gin­nen. Fan­gen wir wie­der an, ein­an­der zu­zu­hö­ren, ein­an­der zu ver­ste­hen, ein­an­der zu ach­ten. Zei­gen wir uns ge­gen­sei­tig Re­spekt. Po­li­tik muss nicht ein wü­ten­des Feu­er sein, das al­les in sei­nem Weg zer­stört. Nicht jede Mei­nungs­ver­schie­den­heit muss ein Grund für den to­ta­len Krieg sein. Die Un­kul­tur Fak­ten zu ma­ni­pu­lie­ren oder so­gar selbst zu er­fin­den wer­den, und müs­sen wir wie­der ablehnen.

Mei­ne ame­ri­ka­ni­schen Mit­bür­ger, wir müs­sen an­ders sein als zu­letzt. Wir müs­sen bes­ser sein als das was wir zu­letzt er­lebt ha­ben. Ich glau­be das Ame­ri­ka viel bes­ser als das ist. Schau­en Sie sich ein­fach um. Hier ste­hen wir im Schat­ten der Kup­pel des Ca­pi­tols. Wie be­reits er­wähnt, sie wur­de im Schat­ten des Bür­ger­kriegs voll­endet. Als die Uni­on selbst buch­stäb­lich in der Schwe­be hing. Wir hal­ten das aus, wir wer­den sie­gen. Hier ste­hen wir und blicken auf die­sen präch­ti­gen Platz, wo Dr. Mar­tin Lu­ther King von sei­nem Traum sprach.

Hier ste­hen wir, wo vor 108 Jah­ren bei ei­ner an­de­ren Amts­ein­füh­rung Tau­sen­de von De­mon­stran­ten ver­such­ten, mu­ti­ge Frau­en zu blockie­ren, die für ihr Wahl­recht mar­schier­ten. Und heu­te fei­ern wir die Ver­ei­di­gung der er­sten Frau, die in ei­nes der wich­tig­sten Äm­ter die­ses Lan­des ge­wählt wur­de, Vi­ze­prä­si­den­tin Ka­ma­la Har­ris. Er­zäh­len Sie mir nicht, dass sich die Din­ge nicht än­dern kön­nen. Hier ste­hen wir heu­te, wo vor uns schon Hel­den, sich für die Mit­bür­ger und Mit­bür­ge­rin­nen in größ­ter Hin­ga­be op­fer­ten. Sie mö­gen in ewi­gem Frie­den und Dank­bar­keit ruhen.

Und hier ste­hen wir nur we­ni­ge Tage, nach­dem ein ran­da­lie­ren­der Mob dach­te, er kön­ne mit Ge­walt den Wil­len des Vol­kes zum Schwei­gen brin­gen, die Ar­beit un­se­rer De­mo­kra­tie stop­pen, uns von die­sem hei­li­gen Bo­den ver­trei­ben. Das ist nicht ge­sche­hen, das wird nie ge­sche­hen, nicht heu­te, nicht mor­gen, nie­mals. Nie­mals ! An alle, die un­se­ren Wahl­kampf un­ter­stützt ha­ben : Ich bin ge­de­mü­tigt vor Ih­rem gro­ßen Ver­trau­en, das Sie in mir und mei­nem Team  ent­ge­gen­ge­bracht ha­ben. All je­nen, die uns nicht un­ter­stützt ha­ben, möch­te ich Fol­gen­des zu­ru­fen. Hört uns we­nig­stens an, wenn wir auch wei­ter­ge­hen. Mes­sen sie mich, an mei­nen, Ta­ten und an mei­nem Herzen.

Wenn Sie im­mer noch an­de­rer Mei­nung sind, dann soll es so sein. Das ist De­mo­kra­tie. Das ist Ame­ri­ka. Es ist ihr Recht, fried­lich zu wi­der­spre­chen. Dies ist die Leit­plan­ke un­se­rer De­mo­kra­tie. Es ist viel­leicht die größ­te Stär­ke un­se­rer Na­ti­on. Hö­ren Sie mir gut zu : Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten dür­fen nicht zur Spal­tung füh­ren. Und des­halb ver­spre­che ich Ih­nen. Ich wer­de ein Prä­si­dent für alle Ame­ri­ka­ner sein, für wirk­lich alle Ame­ri­ka­ner. Und ich ver­spre­che Ih­nen, dass ich für die­je­ni­gen, die mich nicht un­ter­stützt ha­ben, ge­nau­so kämp­fen wer­de wie für die­je­ni­gen, die für mich ge­kämpft haben.

Vor vie­len Jahr­hun­der­ten schrieb der hei­li­ge Au­gu­sti­nus – ein Hei­li­ger mei­ner Kir­che -, dass ein Volk eine Men­ge ist, die durch die ge­mein­sa­men Wer­te ih­rer Lie­be de­fi­niert wird. De­fi­niert durch die ge­mein­sa­men Wer­te ih­rer Lie­be. Was sind die ge­mein­sa­men Wer­te, die wir als Ame­ri­ka­ner lie­ben, die uns als Ame­ri­ka­ner de­fi­nie­ren ? Ich den­ke, wir wis­sen es. Chan­cen, Si­cher­heit, Frei­heit, Wür­de, Re­spekt, Ehre und ja, die Wahrheit.

Die letz­ten Wo­chen und Mo­na­te ha­ben uns eine schmerz­haf­te Lek­ti­on er­teilt. Es gibt die Wahr­heit und es gibt die Lüge. Lü­gen, um Macht und Pro­fit zu er­zie­len. Je­der Prä­si­dent hat die Pflicht und Ver­ant­wor­tung als Bür­ger, als Ame­ri­ka­ner und be­son­ders als Füh­rer die­ses Lan­des, der Ver­fas­sung zu fol­gen und un­se­re Na­ti­on zu schüt­zen. Dies heißt die Wahr­heit zu ver­tei­di­gen und Lü­gen zu besiegen.

Se­hen Sie, ich ver­ste­he, dass vie­le Mit­bür­ger die Zu­kunft mit Angst und Ban­gen be­trach­ten. Ich ver­ste­he, dass sie sich um ihre Jobs sor­gen. Ich ver­ste­he, dass sie, wie mein Va­ter, nachts im Bett lie­gen und an die Decke star­ren und den­ken : „Kann ich mir mei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung wei­ter lei­sten ? Kann ich mei­ne Hy­po­thek be­zah­len?’ Sie den­ken über ihre Fa­mi­li­en nach, dar­über, was als näch­stes kommt. Ich ver­spre­che Ih­nen, ich ver­ste­he das. Aber die Ant­wort ist nicht, weg zu­se­hen. Sich in eine ab­ge­schlos­se­ne Grup­pe gleich­ge­sinn­ter zu­rück­zu­zie­hen. Al­len zu miss­trau­en, die nicht so aus­se­hen wie man selbst, die nicht so gläu­big sind wie man selbst, die ihre Nach­rich­ten nicht aus der­sel­ben Quel­le be­zie­hen wie man selbst.

Wir müs­sen die­sen „gei­sti­gen“ Kriegs­zu­stand be­en­den, der Rot ge­gen Blau, Land ge­gen Stadt, kon­ser­va­tiv ge­gen li­be­ral aus­spielt. Wir kön­nen dies tun, wenn wir un­se­re See­len öff­nen, an­statt un­se­re Her­zen zu ver­schlie­ßen, wenn wir ein we­nig mehr To­le­ranz und De­mut zei­gen und wenn wir be­reit sind, in die Schu­he an­de­rer Per­so­nen zu schlüp­fen, wie mei­ne Mut­ter sa­gen wür­de. Nur ei­nen Mo­ment lang in de­ren Schu­hen zu ste­hen um mit ih­ren Kopf zu denken.

Denn es ist im Le­ben so, dass es kei­ne Ga­ran­tie gibt, was das Schick­sal mit uns vor hat. An man­chen Ta­gen braucht man eine hel­fen­de Hand. Es gibt an­de­re Tage, da sind wir auf­ge­ru­fen selbst zu hel­fen. So muss es sein, das ist es, was wir täg­lich für­ein­an­der tun kön­nen. Und wenn wir dies tun, wird un­ser Land stär­ker wer­den, wohl­ha­ben­der, be­reit sein für die Zu­kunft. Trotz­dem kön­nen wir im­mer noch an­de­rer Mei­nung sein.

Mei­ne ame­ri­ka­ni­schen Mit­bür­ger, bei der Ar­beit, die vor uns liegt, wer­den wir uns ge­gen­sei­tig brau­chen. Wir brau­chen all un­se­re Kraft, um die­sen dunk­len Win­ter durch­zu­ste­hen. Es steht die viel­leicht schlimm­ste und töd­lich­ste Pe­ri­ode der Pan­de­mie noch vor uns. Wir müs­sen die Po­li­tik des­halb bei­sei­te schie­ben und uns die­ser Pan­de­mie end­lich als „eine Na­ti­on“ stel­len. Eine Ge­mein­schaft mit Kraft. Und ich ver­spre­che es ih­nen, es wird sein wie es in der Bi­bel steht : „Das Wei­nen mag eine Nacht an­dau­ern, die Freu­de kommt am Mor­gen. Wir wer­den die­se Pla­ge ge­mein­sam über­ste­hen. Gemeinsam !

Schau­en Sie, so­wie alle Kol­le­gen mit de­nen ich hier oben im Re­prä­sen­tan­ten­haus und im Se­nat zu­sam­men­ar­bei­te, wir wis­sen, dass uns die gan­ze Welt heu­te zu­sieht. Sie be­ob­ach­tet uns heu­te ganz be­son­ders. Hier ist also mei­ne Bot­schaft an die Men­schen jen­seits un­se­rer Gren­zen. Ame­ri­ka wur­de auf die Pro­be ge­stellt und wir ge­hen ge­stärkt dar­aus her­vor. Wir wer­den un­se­re Al­li­an­zen re­pa­rie­ren und uns wie­der der Welt zu­wen­den. Nicht um die Her­aus­for­de­run­gen von ge­stern zu mei­stern, son­dern die von heu­te und mor­gen er­folg­reich zu be­stehen. Und wir wer­den nicht nur mit un­se­ren Kräf­ten, son­dern mit der Macht un­se­res Bei­spiels vorangehen.

Zu den Op­fern die­ser Heim­su­chung ge­hö­ren zahl­lo­se Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger, Müt­ter, Vä­ter, Söh­ne, Töch­ter, Freun­de, Nach­barn und Kol­le­gen. Wir wer­den sie eh­ren, in­dem wir das Volk und die Na­ti­on wer­den, die wir sein kön­nen und sein soll­ten. So bit­te ich Sie, las­sen Sie uns ein stil­les Ge­bet für die­je­ni­gen spre­chen, für jene die durch die Pan­de­mie ihr Le­ben ver­lo­ren ha­ben, für die Hin­ter­blie­be­nen und für un­ser Land. (stil­les Ge­bet) Amen.

Mit­bür­ger, es ist eine Zeit der Prü­fung. Wir ste­hen ei­nem An­griff auf un­se­re De­mo­kra­tie und auf die Wahr­heit ge­gen­über, ei­nem wü­ten­den Vi­rus, ei­ner ste­chen­den Un­ge­rech­tig­keit, sy­ste­mi­schem Ras­sis­mus, ei­nem Kli­ma in der Kri­se, Ame­ri­kas un­kla­re Rol­le in der Welt. Je­des ein­zel­ne die­ser The­men wür­de aus­rei­chen, um uns auf tief­grei­fen­de Wei­se her­aus­zu­for­dern. Aber Tat­sa­che ist, dass wir mit al­len die­sen The­men auf ein­mal kon­fron­tiert sind, was die­se Na­ti­on mit ei­ner der größ­ten Ver­ant­wor­tun­gen kon­fron­tiert se­hen, die wir je hat­ten. Jetzt wer­den wir auf die Pro­be ge­stellt. Wer­den wir antreten ?

Es ist Zeit für Kühn­heit, denn es gibt so viel zu tun. Und dies ist si­cher, das ver­spre­che ich Ih­nen. Wir wer­den da­nach be­ur­teilt wer­den, Sie und ich, wie wir die­sen per­ma­nen­ten Strom an Kri­sen un­se­rer Zeit lö­sen. Wir wer­den uns der Si­tua­ti­on stel­len. Wer­den wir die­se ein­zig­ar­ti­gen und schwie­ri­gen Stun­den mei­stern ? Wer­den wir un­se­ren Ver­pflich­tun­gen nach­kom­men und un­se­ren Kin­dern eine neue und bes­se­re Welt über­ge­ben ? Ich glau­be, dass wir das müs­sen, und ich bin si­cher, dass Sie das auch tun. Ich glau­be, wir wer­den es schaf­fen, und wenn wir es schaf­fen, wer­den wir das näch­ste gro­ße Ka­pi­tel in der Ge­schich­te der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka schrei­ben. Ein neu­es Ka­pi­tel der ame­ri­ka­ni­schen Geschichte.

Eine Ge­schich­te, die viel­leicht wie ein Lied klingt, das mir viel be­deu­tet, ist die ame­ri­ka­ni­sche Hym­ne und es gibt eine Stro­phe, die zu­min­dest für mich her­aus­sticht und sie geht so :

‘Die Ar­beit und Ge­be­te von Jahr­hun­der­ten ha­ben uns zu die­sem Tag ge­bracht, der un­ser Ver­mächt­nis sein soll, was wer­den un­se­re Kin­der sa­gen ? Lass mich in mei­nem Her­zen wis­sen, wenn mei­ne Tage vor­bei sind, Ame­ri­ka, Ame­ri­ka, ich gab mein Be­stes für dich!’

Lasst uns un­se­re ei­ge­ne Ar­beit und un­se­re Ge­be­te der sich ent­fal­ten­den Ge­schich­te un­se­rer gro­ßen Na­ti­on hin­zu­fü­gen. Wenn wir das tun, dann wer­den un­se­re Kin­der und Kin­des­kin­der, wenn un­se­re Tage vor­über sind, von uns sa­gen : ‘Sie ga­ben ihr Be­stes, sie ta­ten ihre Pflicht, sie heil­ten ein zer­bro­che­nes Land !

Lie­be Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger, ich schlie­ße den Tag dort, wo ich ihn be­gon­nen habe, mit ei­nem hei­li­gen Schwur. Vor Gott und vor Ih­nen al­len gebe ich Ih­nen mein Wort. Ich wer­de im­mer auf Ih­rer Sei­te ste­hen. Ich wer­de die Ver­fas­sung ver­tei­di­gen, ich wer­de un­se­re De­mo­kra­tie verteidigen.

Ich wer­de Ame­ri­ka ver­tei­di­gen und ich wer­de al­les, was ich tue, in Ih­ren Dienst stel­len – für Sie alle. Ich den­ke nicht an die Macht, son­dern an die Mög­lich­kei­ten. Nicht an per­sön­li­che In­ter­es­sen, son­dern für das Ge­mein­wohl arbeiten.

Und ge­mein­sam wer­den wir eine ame­ri­ka­ni­sche Ge­schich­te der Hoff­nung schrei­ben, nicht der Angst. Von Ein­heit statt Spal­tung, von Licht statt Dun­kel­heit. Eine Ge­schich­te von An­stand und Wür­de, Lie­be und Hei­lung, Grö­ße und Güte. Möge dies die Ge­schich­te sein, die uns lei­tet. Die Ge­schich­te, die uns in­spi­riert. Die Ge­schich­te, die im kom­men­den Zeit­al­tern er­zählt wird soll sa­gen, dass wir dem Ruf der Ge­schich­te ge­folgt sind, dass wir den Au­gen­blick er­kannt ha­ben. Dass die De­mo­kra­tie und die Hoff­nung, die Wahr­heit und die Ge­rech­tig­keit nicht un­ter un­se­ren Au­gen ge­stor­ben sind, son­dern wei­ter ge­dei­hen konn­ten. Dass Ame­ri­ka die Frei­heit zu Hau­se ge­si­chert hat und wie­der als ihr Leucht­turm in der Welt Gel­tung be­kom­men hat. Das sind wir un­se­ren Vor­fah­ren, ein­an­der und den nach­fol­gen­den Ge­nera­tio­nen schuldig.

So wen­den wir uns mit Ziel­stre­big­keit und Ent­schlos­sen­heit den Auf­ga­ben un­se­rer Zeit zu. Ge­tra­gen vom Glau­ben, an­ge­trie­ben von der Über­zeu­gung und ein­an­der und dem Land, das wir von gan­zem Her­zen lie­ben, er­ge­ben. Möge Gott Ame­ri­ka seg­nen und Gott un­se­re Trup­pen beschützen.

Ich dan­ke dir, Amerika.