LT1 Sendung – Der neue kalte Krieg – Sicherheit für Oberösterreich

TV -Talk zur Sicherheits- und Bedrohungslage

Der Sen­der LT1 hat am 22. April in ei­ner Son­der­sen­dung „Ukrai­ne Spe­zi­al“ mit Lan­des­haupt­mann Mag. Tho­mas Stel­zer und dem Mi­li­tär­kom­man­dant von OÖ  Bri­ga­dier Mag. Die­ter Muhr und der Vor­stand des Mar­ket In­sti­tuts Dr. Da­vid Pfarr­ho­fer die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on in Eu­ro­pa und Ober­öster­reich nach dem Es­ka­lie­ren der Span­nun­gen zum Krieg zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne ge­zeigt. Der Bei­trag ist hier nach­zu­se­hen (hier klicken).

OÖKB war lange wie der Rufer in der Wüste !

Vor vie­lem von dem, was in die­sem Ge­spräch als The­ma an­ge­spro­chen wur­de, ist seit Jah­ren The­ma des OÖ Ka­me­rad­schafts­bun­des. Wir tre­ten seit je­her für eine zeit­ge­mä­ße fi­nan­zi­el­le und tech­ni­sche Aus­stat­tung der Lan­des­ver­tei­di­gung ein. Ge­nau­so tre­ten wir für die Fe­stung und Pfle­ge tra­di­tio­nel­ler Wer­te und Wer­te­hal­tun­gen ein, die die Ver­tei­di­gung un­se­rer Hei­mat und Be­völ­ke­rung ein­deu­tig anerkennen.

Nicht das Militär alleine, sondern wir alle verteidigen OÖ !

Wie Bri­ga­dier Die­ter Muhr  da­bei klar fest­stell­te kann nur Öster­reich bzw. wir als Volks­ge­mein­schaft, Öster­reich ver­tei­di­gen müs­sen. Wir tun dies be­reits ohne es so auch  deut­lich wahr­zu­neh­men. Wir weh­ren uns in al­len Be­rei­chen, in de­nen Öster­reich me­di­al, wirt­schaft­lich und po­li­tisch an­ge­grif­fen wird. Das ist Teil der um­fas­sen­den Si­cher­heits­vor­sor­ge, die wir noch als um­fas­sen­de Lan­des­ver­tei­di­gung ken­nen­ge­lernt ha­ben und im Be­griff „gei­sti­ge Lan­des­ver­tei­di­gung“ zu­sam­men­ge­fasst wird. Da­mit ist es aber nicht ge­tan, son­dern wir brau­chen auch mo­dern­ste Mit­tel und Ge­rä­te für das Bun­des­heer, um es zu dem zu be­fä­hi­gen, was wir uns er­war­ten, der Ver­tei­di­gung un­se­rer Hei­mat und sei­ner Men­schen. Wie Bri­ga­dier Die­ter Muhr klar fest­stell­te, geht es nicht dar­um Auf­zu­rü­sten, son­dern das Bun­des­heer end­lich zeit­ge­mäß aus­zu­rü­sten. Es gibt kei­ne Be­reich, in dem das Bun­des­heer nicht Mo­der­ni­sie­rungs­be­darf hat wie Ge­ne­ral­stabs­chef Ge­ne­ral Ro­bert Brie­ger kürz­lich fest­stell­te. Vor­aus­set­zung ist je­doch un­ver­än­dert das die Lan­des­ver­tei­di­gung und ihre Agen­den von der Be­völ­ke­rung ge­tra­gen wird. Dies zu un­ter­stüt­zen sind eben auch die wehr re­le­van­ten Ver­ei­ne wie der OÖKB berufen.

Es gibt keine Insel der Glückseeligen im 21. Jhdt.

Wie Dr. Da­vid Pfarr­ho­fer klar fest­stell­te, ha­ben sich die Öster­rei­cher, so wie alle in Eu­ro­pa, im letz­ten Jahr­zehnt kei­ne Ge­dan­ken über die Si­cher­heit ge­macht, weil sie schein­bar selbst­ver­ständ­lich war. Die Kri­se hat alle aus der hei­len Welt ge­ris­sen und ihre Fol­gen sind bis in den letz­ten Haus­halt be­reits zu spü­ren. In­fla­ti­on, Treib­stoff­prei­se u.s.w. sind auch wirt­schaft­lich deut­lich er­kenn­ba­re Aus­wir­kun­gen, die Äng­ste und Un­si­cher­heit be­feu­ern, wel­che letzt­end­lich auch Aus­wir­kun­gen auf Zu­kunfts­in­ve­sti­tio­nen in al­len Be­rei­chen ha­ben wer­den. Lan­des­haupt­mann Mag. Tho­mas Stel­zer sag­te für ihm selbst ist un­er­klär­lich das man aus den zwei Welt­krie­gen nicht meh­re ge­lernt hat. So sind ihm selbst, wie und vie­len an­de­ren im Lan­de, nun die Au­gen auf­ge­gan­gen und man wur­de un­sanft ge­weckt und er­kennt wie wert­voll das schein­bar  selbst­ver­ständ­li­che, der Frie­de und die Si­cher­heit ist.

Neutralität muss man leben aber auch verteidigen können ! 

Auch das kla­re Be­kennt­nis zur Neu­tra­li­tät in ei­nem ge­mein­sa­men Eu­ro­pa ist vom OÖKB im­mer ver­tre­ten wor­den. Dass wir die­se auch ver­tei­di­gen kön­nen, müs­sen und uns nicht nur auf die Ver­fas­sung be­ru­fen kön­nen, war im­mer klar. Dazu ha­ben wir die Wehr­pflicht, die Aus­stat­tung des Bun­des­heers, die Er­hal­tung al­ler Ka­ser­nen und Ein­hei­ten  u.v.a. stets von der Po­li­tik ge­for­dert und auch im­mer im öf­fent­li­chen Le­ben, vom Stamm­tisch bis in hoch­ka­rä­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen, stän­dig ver­tei­digt. Das ist der­zeit wie­der Kon­sens in al­len ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Be­rei­chen. So gün­stig war die Stim­mung für In­ve­sti­tio­nen in das Bun­des­heer noch nie. Es bleibt zu hof­fen, dass dies nicht wie­der ver­ges­sen wird, wenn der Krieg vor der Haus­tü­re zum all­täg­lich ge­wohn­ten Sze­na­rio wird.

Gut vorbereitet sein ist kein Zeichen von Aggression !

Die Er­war­tung, dass der Ukrai­ne­krieg plötz­lich auf­hört und al­les wie­der wird wie es war, ist si­cher nicht zu er­war­ten. Ob der Krieg es­ka­liert, ist der­zeit von nie­man­dem ab­schätz­bar. Wie es im al­ten Rom be­reits hieß : „Wer den Frie­den will, soll­te sich auf den Krieg vor­be­rei­ten!“ Dies hört sich mar­tia­lisch an. Es heißt aber nichts an­de­res als sich auf den „schlech­te­sten Fall“ vor­be­rei­tet, um auch dann hand­lungs­fä­hig und be­reit zu sein.

Nachhaltige Hilfe für Kriegsflüchtlinge.

Was die Hil­fe für Flücht­lin­ge und Mi­gran­ten  an­geht, muss es lang­fri­stig eine eu­ro­päi­sche Lö­sung ge­ben. Die Ober­öster­rei­cher hel­fen den im Sprach­ge­brauch „ech­ten“  Kriegs­flücht­lin­ge in au­ßer­or­dent­lich groß­zü­gi­ger und en­ga­gier­ter Wei­se. Mi­gran­ten und Wirt­schafts­flücht­lin­ge stel­len nach wie vor täg­lich eine be­son­de­re Her­aus­for­de­rung dar, die nach wie vor nur auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne fair ge­löst wer­den kann. Lan­des­haupt­mann  Mag. Tho­mas Stel­zer stell­te fest, dass der Um­fang an Hil­fe für die Ukrai­ne Flücht­lin­ge ohne die Be­völ­ke­rung und Ver­ei­ne nie­mals mach­bar wäre. Er dankt al­len da­für und hält aber fest, dass der Flücht­lings­strom aus der Ukrai­ne je­der­zeit wie­der an­schwel­len kann, wes­halb wir uns si­cher auf län­ge­re Zeit auf de­ren Un­ter­stüt­zung ein­stel­len wer­den müs­sen. Es braucht Men­schen und Or­ga­ni­sa­tio­nen die, die nach­hal­ti­ge Be­reit­schaft mit­brin­gen die­se auch zu lei­sten. Wir wer­den frü­her oder spä­ter dar­an ge­mes­sen wer­den wie wir uns im Kri­sen­fall ver­hal­ten ha­ben und da­mit auch un­ser Bild im in­ter­na­tio­na­len Staa­ten­bund prägen.

Es gibt keinen sauberen Krieg !

Mi­li­tär­kom­man­dant Bri­ga­dier Mag. Die­ter Muhr hat die Fra­ge, ob der Ukrai­ne­krieg eine Über­ra­schung für die Mi­li­tärs war, ver­neint. Ge­nau­so hat er den Be­griff vom sau­be­ren Krieg als Il­lu­si­on be­zeich­net. Dies ist nicht nur ein tech­ni­sches Pro­blem, wie man sieht. Es hat ihn trotz­dem über­rascht, wie es zu den Über­grif­fen auf die Zi­vil­be­völ­ke­rung au­ßer­halb der Kampf­hand­lun­gen durch eine der größ­ten Ar­me­en der Welt kom­men konn­te. Alle mi­li­tä­ri­schen Ver­ant­wor­tungs­trä­gern wis­sen, dass dies im­mer ei­nen grö­ße­ren Scha­den für den Ag­gres­sor ver­ur­sacht. Dies zer­stört die Glaub­wür­dig­keit des Staa­tes und des Mi­li­tärs wenn, mi­li­tä­risch dis­zi­pli­nier­ter Füh­rung und der Ein­hal­tung der in­ter­na­tio­na­len Be­stim­mun­gen im Kriegs­fall in­fra­ge ge­stellt wer­den. Es fin­det auch den Nie­der­schlag im un­ge­bro­che­nen Wil­len der Ukrai­ner, ihr Land um je­den Preis zu ver­tei­di­gen, wie man aus den täg­li­chen Be­rich­ten über die Kämp­fe er­fah­ren kann. Die Auf­op­fe­rung und Här­te, mit dem sie ih­ren Kampf füh­ren ist  ein Lehr­bei­spiel, wie man den Preis für ei­nen Über­griff auf ein klei­ne­res Land so hoch als mög­lich hal­ten kann. Un­be­ding­te Ver­tei­di­gungs­be­reit­schaft und Pa­trio­tis­mus zu zei­gen wird An­grei­fer da­von ab­hal­ten, dies leicht­fer­tig zu riskieren.

Was lange belächelt wurde …

Die Ar­beit der Ka­me­ra­din­nen und Ka­me­ra­den des OÖKB ist noch lan­ge nicht ge­tan. Sie ist an Ak­tua­li­tät nicht zu über­bie­ten, wie die­ser Krieg wie­der be­stä­tigt. So­lan­ge wir uns auch im 21. Jahr­hun­dert auf sol­che Ge­fah­ren vor­be­rei­ten müs­sen, braucht es red­li­che Men­schen, die da­für ein­tre­ten, die „Kri­sen­feu­er­wehr“ auch vor dem „Groß­brand“ mit al­lem aus­zu­stat­ten, um die­sen zu lö­schen.  Auch da­mit för­dert man den Frie­den. Wir müs­sen un­se­re Mit­bür­ger auf­merk­sam ma­chen, dass wir für un­ser Land ver­ant­wort­lich sind und dazu auch die Be­reit­schaft un­se­rer Ju­gend zum Wehr­dienst gehört.

Ge­mein­schaft zu le­ben be­deu­tet aber auch so­lan­ge und so­weit mög­lich Kriegs­flücht­lin­gen zu hel­fen, auch wenn kei­ne Zei­tung oder Ka­me­ra mehr dar­auf ge­rich­tet ist. Da zu sein, wenn man ge­braucht wird, ist das Prin­zip der Ka­me­rad­schaft und das wer­den wir wei­ter le­ben. Dar­über hin­aus sieht sich der Ka­me­rad­schafts­bund auch ver­pflich­tet in Na­men der Ge­flo­he­nen al­les zu for­dern um den Krieg be­en­den und all je­den zu för­dern, die ihre Mit­tel und Mög­lich­kei­ten da­für ein­brin­gen. Dazu wird auch die OÖKB Ak­ti­on ab 1. Mai an den Krie­ger­denk­mä­lern beitragen.