OÖ-Landesicherheitsrat tagte

Rechtsextremismus eingedämmt

Rechtsextreme Tathandlungen in Oberösterreich rückläufig !

LPD An­dre­as PILSL © Mi­cha­el Dietrich

Mit ins­ge­samt 191 Fäl­len im Jahr 2020 ist die An­zahl rechts­ex­tre­mer Tat­hand­lun­gen in Ober­öster­reich ge­gen­über dem Jahr 2019 um 11,6 Pro­zent ge­sun­ken (2019 : 216). Die Auf­klä­rungs­quo­te rechts­ex­tre­mer Tat­hand­lun­gen ist in Ober­öster­reich hin­ge­gen ge­stie­gen, und zwar von 73 Pro­zent (2019) auf 76 Pro­zent (2020). Das ging aus dem Be­richt her­vor, den der oö. Lan­des­po­li­zei­di­rek­tor An­dre­as Pilsl den Mit­glie­dern des Lan­des­si­cher­heits­rats präsentierte.

Auf­fal­lend im Be­richt von Pilsl war, dass die So­zia­len Me­di­en (ins­be­son­de­re Mes­sen­ger-Dien­ste wie z.B. Whats­App) eine im­mer grö­ße­re Rol­le im rechts­ex­tre­men Be­reich spie­len. Von den 191 Tat­hand­lun­gen fan­den im Jahr 2020 104 in so­zia­len Me­di­en statt. Die Po­li­zei hat in Ober­öster­reich be­reits im Lau­fe des Jah­res 2018 so­fort re­agiert und die Er­mitt­lun­gen im In­ter­net ausgeweitet.


Laufende Maßnahmen gegen Extremismus :

  • Aus­schluss von Lan­des­för­de­run­gen, wenn es sich beim För­de­rungs­wer­ber um eine ex­tre­mi­sti­sche Be­we­gung oder ei­nen Ver­ein han­delt, wel­cher eine sol­che Be­we­gung un­ter­stützt oder nahesteht.
  • Die Ver­wei­ge­rung jeg­li­cher Un­ter­stüt­zung von ex­tre­mi­sti­schen Be­we­gun­gen und je­nen, die nur ir­gend­wie in Ver­bin­dung ste­hen, wenn es um Ver­mie­tung von Räum­lich­kei­ten, die sich im Lan­des­ei­gen­tum be­fin­den, geht.
  • „Mel­de­stel­le NS-Wie­der­be­tä­ti­gung“ und „Mel­de­stel­le ex­tre­mi­sti­sche und ra­di­ka­le Videos“
  • Platt­form Ge­walt­prä­ven­ti­on OÖ (mit den Netz­werk­part­nern Schul­psy­cho­lo­gie, Po­li­zei, KiJA etc.)
  • Aus­stiegs­pro­gramm aus dem ge­walt­be­rei­ten Extremismus 
  • Be­ra­tungs­stel­le Ex­tre­mis­mus (boja)
  • In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen der Si­cher­heits­be­hör­den für Be­hör­den und Exe­ku­ti­ve, Schü­ler, Stu­den­ten und Lehrpersonal
  • Aus­wei­tung Kon­zep­te zur Ver­hin­de­rung von Ver­an­stal­tun­gen mit rechts­ra­di­ka­lem Hintergrund 

Stellungnahmen der Regierungsvertreter

„Ex­tre­mis­mus – egal ob Rechts oder Links – hat in Ober­öster­reich kei­nen Platz. Da­her be­kämp­fen wir ihn ge­mein­sam mit den Si­cher­heits­be­hör­den wei­ter­hin mit al­len Mit­teln, um ein fried­li­ches Mit­ein­an­der und ein gu­tes Zu­sam­men­le­ben in Ober­öster­reich zu si­chern“, be­ton­te Lan­des­haupt­mann Mag. Tho­mas Stelzer.


 

„Wir wol­len kei­nen Ex­tre­mis­mus in Ober­öster­reich, egal von wel­cher Sei­te. Ge­ra­de die nach wie vor hohe Zahl an rechts­ex­tre­men Tat­hand­lun­gen macht es not­wen­dig, zu­künf­tig noch stär­ker die Be­wusst­seins­bil­dung zu for­cie­ren, um Ex­tre­mis­mus gar nicht erst ent­ste­hen zu las­sen“, be­tont Lan­des­rä­tin Bir­git Gers­tor­fer, MA.


„Ober­öster­reich ist ein si­che­res Land und ein Land des Mit­ein­an­ders. Po­li­ti­sche und re­li­giö­se Ex­tre­mis­men ha­ben in un­se­rer Hei­mat kei­nen Platz. Die Si­cher­heits­be­hör­den sor­gen mit ih­rer Lei­stung und ih­rem Ein­satz tag­täg­lich da­für, dass Ober­öster­reich si­cher und le­bens­wert bleibt. Da­für mei­nen „herz­li­chen Dank“, be­wer­tet Si­cher­heits-Lan­des­rat KommR Ing. Wolf­gang Klin­ger die Lage.


„Nicht nur die rechts­ex­tre­mi­sti­schen Ten­den­zen aus dem ak­tu­el­len Ver­fas­sungs­schutz­be­richt ma­chen mir Sor­gen. Viel­mehr se­hen wir in der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on, wie Rechts­ex­tre­me die Un­si­cher­heit in der Be­völ­ke­rung rund um das Co­ro­na­vi­rus scham­los aus­nut­zen. Es ist brand­ge­fähr­lich, wenn Falsch­mel­dun­gen auf so­zia­len Me­di­en lan­ciert und wei­ter­ge­teilt wer­den oder wenn Co­ro­nal­eug­ne­rIn­nen eine Büh­ne in rech­ten Me­di­en be­kom­men. Da­mit wer­den nicht nur rechts­ex­tre­me Ten­den­zen wei­ter be­feu­ert, es wird auch der Tod von vie­len Men­schen in Kauf ge­nom­men. Die­ser Si­tua­ti­on müs­sen wir uns in ei­nem ge­mein­sa­men Schul­ter­schluss über alle Par­tei­en hin­weg stel­len und die Grä­ben, die durch die­se Pan­de­mie ent­stan­den sind, wie­der zu­schüt­ten“, er­läu­tert Lan­des­rat Ste­fan Kai­ne­der.


Zusammensetzung des Landessicherheitsrates

  • Der Lan­des­haupt­mann von Ober­öster­reich als Vorsitzender,
  • je bis zu zwei Ver­tre­ter der im Oö. Land­tag ver­tre­te­nen Parteien,
  • der Lan­des­amts­di­rek­tor,
  • der Lan­des­po­li­zei­di­rek­tor,
  • ein(e) Vertreter/​in der Bezirkshauptmannschaften,
  • der Lan­des-Mi­li­tär­kom­man­dant
  • der Lan­des-Feu­er­wehr­kom­man­dant
  • der Prä­si­dent des OÖ Öster­rei­chi­schen Ro­ten Kreuzes