Militärkommando OÖ beurteilt Migrationslage

Das Militärkommando informiert

Aktuelle Entwicklungen an den EU-Grenzen

Am 21. Mai hat der Mi­li­tär­kom­man­dant von Ober­öster­reich, Bri­ga­dier Die­ter Muhr, mit den Ka­ser­nen­kom­man­dan­ten des Lan­des und sei­nem Stab die The­ma­tik Mi­gra­ti­on so­wie ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen er­ör­tert. Er in­for­mier­te dar­über, dass die Auf­griffs­zah­len des Bun­des­heers und der Po­li­zei an der öster­rei­chi­schen Ost- und Süd­gren­ze wie­der stei­gen, ob­wohl es auf der Bal­kan­rou­te ver­gleichs­wei­se ru­hig ist. Je­doch die Mi­gra­ti­on über die Mit­tel­meer­rou­te nach Ita­li­en, Mal­ta und Spa­ni­en nimmt ste­tig zu.

Erkennbare Brennpunkte absehbarer Entwicklungen

Be­son­ders Au­gen­merk gilt den Ver­hand­lun­gen der Eu­ro­päi­schen Uni­on zur Ver­län­ge­rung des Mi­gra­ti­ons­ab­kom­men mit der Tür­kei. Der­zeit hal­ten sich rund 2,5 Mil­lio­nen Flücht­lin­ge dort auf. Der Ver­hand­lungs­er­folg hat maß­geb­li­chen Ein­fluss auf die künf­ti­gen Mi­gra­ti­ons­strö­me. AbzugEin wei­te­rer Aus­lö­ser ver­stärk­ter Mi­gra­ti­on ist der in Kür­ze be­gin­nen­de Ab­zug der US-Army- und NATO-Trup­pen aus Af­gha­ni­stan. Er wird den Druck der ra­di­ka­len Ta­li­ban auf die Be­völ­ke­rung in dem kri­sen­ge­schüt­tel­ten Land wei­ter er­hö­hen. Da­her ist mit ver­mehr­ten Flücht­lings­be­we­gun­gen von dort, zu rech­nen. Auch die an vie­len Stel­len kri­sen­haf­te Si­tua­tio­nen im Na­hen Osten wird in der An­zahl der Flücht­lin­ge eben­so ver­stärkt Aus­druck fin­den. Der größ­te Teil der Mi­gran­ten, die un­se­re Gren­ze er­rei­chen, stam­men aus die­sen Re­gio­nen.  Die mei­sten kom­men aus Sy­ri­en und Af­gha­ni­stan ge­folgt von wei­te­ren gro­ßen Grup­pen aus Ma­rok­ko und Indien.

Lagebeurteilung zu künftigen ÖBH-Einsatzschwerpunkten.

Migration GrenzeDas Bun­des­heer steht seit lan­ger Zeit im Mi­gra­ti­ons­ein­satz an der Staats­gren­ze, ins­be­son­de­re im Osten und Sü­den Öster­reichs. Ak­tu­ell kon­trol­lie­ren 500 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten aus Ober­öster­reich die Ein­rei­sen­den. Vor dem Hin­ter­grund, dass die Flücht­lings­la­ger rund um Eu­ro­pa voll sind, geht der Stab des Mi­li­tär­kom­man­dos da­von aus, dass mit den Locke­run­gen bei den Co­ro­na-Grenz­kon­trol­len auch die Flücht­lings­be­we­gun­gen wie­der an­stei­gen wer­den. Mi­li­tär­kom­man­dant Bri­ga­dier Die­ter Muhr fass­te die Er­war­tun­gen zu­sam­men : „Das Mi­li­tär­kom­man­do Ober­öster­reich rech­net da­mit, dass sich das Ein­satz­schwer­ge­wicht des Bun­des­heers Rich­tung Mi­gra­ti­on ver­schie­ben wird ! Par­al­lel dazu wer­den un­se­re Lei­stun­gen zum Be­wäl­ti­gen der CO­VID-19-Pan­de­mie zu er­brin­gen sein.“

Weiter ohne Verschnaufpause

Migration 15Auch aus Sicht des OÖKB ist in ab­seh­ba­rer Zeit kaum mit gro­ßen Ent­la­stun­gen für die Soldat(inn)en zu rech­nen. Wäh­rend an­de­re Or­ga­ni­sa­tio­nen mit dem Ab­klin­gen der Pan­de­mie ihre Ein­satz­kräf­te auf nor­ma­le Stär­ke zu­rück­fah­ren kön­nen, gilt dies nur be­dingt für das Bun­des­heer. Wäh­rend der Pan­de­mie wur­den zur Si­che­rung der Ein­sät­ze die per­so­nel­len Er­for­der­nis­se über die Mi­liz und Ver­län­ge­rung des Prä­senz­dien­stes si­cher ge­stellt. Mit Rück­kehr zum Re­gel­be­trieb ver­teilt sich die Last der Ein­sät­ze „ohne Ver­schnauf­pau­se“ nun wie­der auf be­deu­tend we­ni­ger Sol­da­ten.  Un­ter den ge­ge­be­nen Um­stän­den kann man für ihre Dien­ste nur dank­bar sein. Ihre Ein­satz­be­reit­schaft ver­dient nicht nur größ­te Wert­schät­zung, son­dern auch die im­mer wie­der vom OÖKB ge­for­der­ten, ent­spre­chen­den Mit­tel, Ein­rich­tun­gen und Ausrüstung.

Fo­to­credits : Bundesheer/​Simader